Tag der Weißen Rose Seite 1

Tag der Weißen Rose
Tag der Weißen Rose

Seit dem Jahr 2000 wird in Crailsheim des Geburtstags von Hans Scholl am 22. September öffentlich mit einem Vortrag gedacht. Initiiert wurde dieser Gedenktag vom Weiße Rose, Arbeitskreis Crailsheim e.V., Mitveranstalter ist seit einigen Jahren auch die Geschwister- Scholl- Initiativgruppe, ein beratendes Gremium der Stadt und verschiedener Gruppierungen. Neben dem jährlichen Vortrag am Abend lädt der Arbeitskreis hin und wieder auch zu einem Gedenken am Geburtshaus von Hans Scholl ein.

 

Informationen zu den Veranstaltungen:

 

2016

Ausstellung: An der Front ein Pazifist geworden
Nicht nur Bilder von Otto Albrecht und seiner Tochter Gisela Hennig-Albrecht sind in Crailsheim zu sehen.
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Werke von Otto Albrecht im Museum im Spital
Anlässlich des Tages der Weißen Rose zeigt das Crailsheimer Stadtmuseum im Spital Kunst von Otto Albrecht, der im Zweiten Weltkrieg im KZ Sachsenhausen zu Tode kam.
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2015

Tag der Weißen Rose

Technik des Widerstands - die Flugblätter der Weißen Rose
22.09.2015 - 19:00 Uhr
Referent: Thomas Kortenkamp

 

Thomas Kortenkamp untersucht, mit welchen technischen Mitteln die Mitglieder der Weißen Rose ihre Flugblätter vervielfältigt haben und demonstriert dies anhand von Geräten, die den damals verwendeten baugleich sind. Diese Sichtweise lässt manche Passagen der Vernehmungsprotokolle in einem neuen Licht erscheinen und macht diesbezügliche Irrtümer in der Weiße-Rose-Forschung deutlich. Bereichert wird der Abend durch zeitgenössische Tondokumente, übertragen mit einem alten Röhrenradio, und Musik von alten Schellackplatten, auf dem Grammophon abgespielt mithilfe von Kaktusnadeln. Die Besucher können einen Faksimile-Abzug des programmatischen fünften Flugblatts der Weißen Rose mit nach Hause nehmen.

Thomas Kortenkamp, hinten Jörg Hartnagel.

Thomas Kortenkamp, hinten Jörg Hartnagel.

 

Artikel im HT: (externer Link, neues Fenster)

 

 
 

2014

Sonntag, 28. September 2014
Rathaus, Forum in den Arkaden

Ulrich Chaussy
Ulrich Chaussy

Für die Freiheit gestorben

Wie wurde aus einem Kreis von Studenten in München die Widerstandsgruppe "Weiße Rose"? Darüber gab der Publizist Ulrich Chaussy Auskunft.
ANDREAS HARTHAN | 01.10.2014

Es ist zur Tradition geworden, im September an den zu gedenken, der mittlerweile als "größter Sohn der Stadt" bezeichnet wird: Hans Scholl. Der Bürgermeistersohn, am 22. September 1918 in Ingersheim geboren, wurde am 22. Februar 1943 von den Nazis in München hingerichtet - zusammen mit seiner Schwester Sophie. Hans Scholl wurde 24 Jahre alt, Sophie 21 Jahre. Ursula Mroßko, Vorsitzende des Arbeitskreises Weiße Rose, und Stadtarchivar Folker Förtsch konnten im Forum in den Rathausarkaden mit Ulrich Chaussy nicht nur einen profilierten Publizisten, sondern auch einen ausgewiesenen "Weiße Rose"-Kenner begrüßen.

Wie wichtig das Wirken eines Hans Scholl bis heute ist, machte Förtsch an dem fest, was den Medizinstudenten damals ausmachte: Er hatte eine eigene Meinung, einen eigenen Standpunkt, ein kritisches Bewusstsein. Das seien Eigenschaften, die auch in demokratisch verfassten Gesellschaften wichtig seien.

Auch wenn Hans und Sophie Scholl für die ihnen so wichtige Freiheit gestorben sind, waren sie nicht als Helden geboren worden, unterstrich Chaussy. Er erinnerte daran, dass sowohl Hans als auch Sophie Scholl in der Hitlerjugend waren, dass sie sich erst nach und nach vom Nationalsozialismus abwandten. Hans Scholl konnte jähzornig sein, manchmal auch arrogant, so Chaussy. Er war auf der Suche nach sich selbst und fand seine Liebe zur Freiheit. Für sie gab er letztendlich sein Leben.

(Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Hohenloher Tagblatts)

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Das Programm des Abends als pdf-Datei

Download des Flyers zur Veranstaltung

 

2013

Sonntag, 29. September 2013


"Wer war Friedrich von Praun?"
Biograf Dr. Hasso von Haldenwang

Dr. Hasso von Haldenwang, in Wildenstein aufgewachsen und in Crailsheim zur Schule gegangen, sprach am Sonntag im Rathaussaal über Friedrich von Praun, einen lange Zeit vergessenen Zeugen des Widerstands. Foto: Ute Schäfer
Dr. Hasso von Haldenwang, in Wildenstein aufgewachsen und in Crailsheim zur Schule gegangen, sprach am Sonntag im Rathaussaal über Friedrich von Praun, einen lange Zeit vergessenen Zeugen des Widerstands. Foto: Ute Schäfer

Buch wird zum Zankapfel
Hans Scholls Geburtstag jährte sich zum 95. Mal. Der Arbeitskreis Weiße Rose lud deshalb in den Crailsheimer Rathaussaal ein zum Vortrag über Friedrich von Praun, einen "vergessenen Zeugen des Widerstands".
UTE SCHÄFER | 01.10.2013

"Ein Buch, über das nicht trefflich gestritten wird, ist kein gutes Buch", soll der unlängst verstorbene Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki gesagt haben, und wenn es danach geht, dann ist Hasso von Haldenwangs Biografie über Friedrich von Praun ein gutes Buch. Denn über die Lebensbeschreibung, die von Haldenwang über den in Unterdeufstetten begraben liegenden Friedrich von Praun geschrieben hat, wird derzeit heiß diskutiert.

Wer war Friedrich von Praun? Er war Kirchenjurist in Ansbach, Anhänger der "Bekennenden Kirche", Nazigegner, wurde denunziert und starb 1944 unter ungeklärten Umständen in Nürnberg in der Haft.

Über Friedrich von Praun sprach lange Zeit keiner mehr, auch die evangelische Kirche in Bayern hat sich um dieses Naziopfer aus den eigenen Reihen nicht gekümmert.

Dass er nun aus der Versenkung des Vergessens wieder aufgetaucht ist, ist unter anderem seinem Großneffen Hasso von Haldenwang aus Wildenstein zu verdanken. Er hat vor einem Jahr eine Biografie veröffentlicht. Die evangelische Kirche in Bayern hat mittlerweile an von Prauns Dienstsitz in Ansbach eine Gedenkplakette angebracht und hat an seinem Grab einen Kranz niedergelegt (das HT berichtete ausführlich).

Dies alles ist unbestritten. Worüber ist nun eine Diskussion entbrannt? Sie betrifft Hans Meiser, der während des Dritten Reichs und noch lange danach bayerischer Landesbischof war. Er war von Prauns direkter Vorgesetzter und hat sich, was ihm Autor von Haldenwang vorwirft, nicht um seinen Mitarbeiter gekümmert, als dieser in der Nazihaft geschunden wurde. Überhaupt ist Bischof Meiser in den letzten Jahren aufgrund antisemitischer Äußerungen heftig in Kritik geraten, was von Haldenwang in der Biografie auch thematisiert. Eine Reihe von Städten haben ihre Bischof-Meiser-Straßen in den letzten Jahren entsprechend umbenannt. In Ansbach ist ein Antrag vor einem halben Jahr allerdings gescheitert.

In die Diskussion um die Umbenennung der Straße in Ansbach mischte sich - neben Hasso von Haldenwang - auch der Marburger Kirchenhistoriker Wolfgang Huber, der von Haldenwangs Buch auf sage und schreibe 57 Seiten (mit fast 250 Fußnoten) rezensierte.

Huber wirft von Haldenwang in der Rezension Unwissenschaftlichkeit vor, was die Darstellung der Haltung von Prauns und vor allem der von Bischofs Meiser anbelangte: Indem von Haldenwang Meiser und von Praun gegenüberstelle, werde ein Gegensatz konstruiert, der so nie bestanden habe.

Von Haldenwang äußerte sich in Crailsheim nun erstmals öffentlich zu den Vorwürfen. Er habe ja gar keine wissenschaftliche Arbeit schreiben wollen, sagte er. Dennoch habe er den Boden der Tatsachen nie verlassen. Huber versuche allerdings, Persönlichkeit und Haltung von Prauns zu bagatellisieren - und das Ziel sei klar: Er wolle damit Bischof Meiser verteidigen.

Von Haldenwangs Hauptanliegen war vielmehr, "dass sich die Kirche in angemessener Weise an von Praun erinnert". Das habe er jetzt freilich erreicht. "Es darf also ruhig noch ein bisschen über das Buch gestritten werden", beschloss Weiße-Rose-Sprecherin Ursula Mroßko die Versammlung. "Denn das dürfen wir heute."

(Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Hohenloher Tagblatts)

 

2012

Sonntag, 23. September 2012, 19:30 Uhr Ratssaal Crailsheim
Eintritt frei

Barbara Schieb
Barbara Schieb

„Stille Helden“ Beistand für jüdische Verfolgte in der NS-Zeit
Barbara Schieb
Unter „Stillen Helden“ versteht man jene Menschen, die während der nationalsozialistischen Diktatur verfolgten Juden beistanden. In den zurückliegenden Jahren wuchs das Interesse an ihren Lebensgeschichten. Seit 2005 werden sie an der gleichnamigen Gedenkstätte in Berlin erforscht, gesammelt und in einer 2008 eröffneten Dauerausstellung präsentiert.

Das Beispiel der „Stillen Helden“ zeigt, dass es auch unter den Bedingungen der NS-Diktatur und des Zweiten Weltkriegs Handlungsspielräume und Entscheidungsmöglichkeiten gab, Verfolgte zu retten. Angesichts des Massenmordes an den europäischen Juden sind ihre Aktionen eindrucksvoller Teil des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus.

Text als pdf downloaden
HT Artikel: Ein Tag für die stillen Helden
HT Atikel: Ein stiller Held geboren in Crailsheim
HT Artikel: Tag der Weißen Rose in Crailsheim

 

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